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Viele deutsche Brötchen und die französische Hymne von Olympique Marseille

Französische Austauschschülerinnen besuchten drei Monate das Gymnasium Groß Ilsede

Pünktlich nach den Osterferien begann für Julia Ferrero aus Marseille und Léa Eberhardt aus Toulouse der deutsch-französische Schüleraustausch im Rahmen des Brigitte Sauzay Programmes.

Lotta Harnagel und Franziska Ehlers vom Gymnasium Groß Ilsede hatten sich bereits zu Beginn der 9. Klasse für diesen Austausch angemeldet. „Wir wollten einfach mal mehr mit der Sprache machen und durch dieses Programm Sprache Kultur und Leute kennenlernen“, darin waren sich beide einig.

Auch Léa und Julia verfolgen mit diesem Austausch ein klares Ziel: „Wir sind an unserer Schule in einer Abibac Klasse“, erklärt Julia. „Und wenn wir in zwei Jahren unser Abitur bestanden haben, dann gilt dies sowohl in Deutschland als auch in Frankreich.“

Die beiden aufgeschlossenen Französinnen integrierten sich schnell in den deutschen Alltag. „Manches war schon ungewohnt“, bemerkt Julia. „Zu Hause essen wir erst zwischen 20.00 und 21.00Uhr zu Abend und hier schon um 18.00Uhr.“

Der Schulalltag war in vielerlei Hinsicht eine große Umstellung für die beiden. „In Frankreich sind wir von 8.00 bis 18.00Uhr in der Schule“, so Léa. „In Deutschland läuft die Schule sehr viel lockerer ab. Es gibt wenig Frontalunterricht, allerdings ist es während der Schulstunden auch etwas unruhiger als bei uns“, ergänzt Julia. „Die Hierarchie zwischen Lehrer und Schüler ist in Frankreich größer, und es gibt weniger Austauschmöglichkeiten und mehr Distanz. Das zum Teil freundschaftliche Verhältnis zu den Lehrern hat mir in Deutschland oft gut gefallen.“

Außerhalb der Schule haben beide viel erlebt und gesehen. Mit ihren Gastfamilien unternahmen sie Ausflüge in verschiedene deutsche Städte, und natürlich durfte auch Berlin nicht fehlen. „Berlin ist gefühlt kleiner, schöner und grüner als Paris“, so Léa, die aber auch von Dresden sehr begeistert war.

Als Erinnerung an die deutsche Esskultur haben beiden „viele Brötchen“ und „Würstchen grillen“ mitgenommen. „Ich fand auch die Brezeln toll“, so Julia „die gibt es bei uns gar nicht.“

Franzi und Lotta freuten sich auch über die Zeit mit ihren Austauschpartnerinnen. „Am Anfang mussten wir immer langsam sprechen, damit die beiden etwas mitbekamen, auch wenn wir uns mit unseren Freundinnen unterhielten. Inzwischen verstehen sie auch schon Späße und Ironie, und es ist oft sehr lustig“, so Lotta.

Léa schaute mit ihrer Austauschpartnerin häufig Serien, manchmal auch mit deutschen oder französischen Untertiteln. Julia nahm beim Lengeder Turnverein nicht nur am Training, sondern auch an Wettkämpfen teil und belegte bei einem Kreiswettkampf sogar den 2. Platz. Beide spielten gerne mit ihren Gastfamilie Karten und brachten sie sich gegenseitig landestypische Kartenspiele bei.

In der Schule haben sie sich gut integriert. Im Untericht halfen sie ihren Mitschülern und Julia brachte ihnen sogar die Hymne von Olympique Marseille bei, kurz bevor diese in der Europaleague gegen Madrid spielten. Auch beim Schnupperunterricht für die neuen Sechstklässler brachten sich Léa und Julia ein und begeisterten die Fünftklässler mit einem interessanten Sprachspiel (vgl. Foto).

„So ein Austausch ist eine tolle Sache“, war das Fazit sowohl der Französinnen als auch der deutschen Schülerinnen. Nun sind Franzi und Lotta gespannt, was sie im kommenden Schuljahr in Frankreich erwartet.

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