Begegnung auf der Bühne – Theater verbindet

Am 16. und 17. Juni wurde die Aula des Gymnasiums Groß Ilsede erneut zu einem besonderen Ort der Begegnung: Zehn Gäste der Lebenshilfe Peine-Burgdorf trafen dort auf zehn Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und 12, um gemeinsam in die Welt des Theaters einzutauchen.

Unter der Leitung von Lehrer Helge Meyer wurde zwei Tage lang mit Körper, Stimme, Bewegung und Emotionen gearbeitet. Doch dabei ging es um weit mehr als Schauspiel. Im Mittelpunkt standen das Überwinden von Berührungsängsten, das Erleben von Akzeptanz und Toleranz sowie die Entwicklung eines starken Gemeinschaftsgefühls.

Wie schon seit vielen Jahren brachte das gemeinsame Theaterprojekt Menschen zusammen, die sich zuvor kaum kannten. Durch spielerische Übungen und die Entwicklung kleiner Szenen entstand innerhalb kürzester Zeit eine vertrauensvolle und herzliche Atmosphäre. Menschen mit psychischen und physischen Beeinträchtigungen wurden dabei ganz selbstverständlich als Teil der Gruppe angenommen. Unterschiede spielten schnell keine Rolle mehr – entscheidend war das gemeinsame Erleben.

Besonders bewegend waren die Rückmeldungen einiger Gäste der Lebenshilfe. Für manche war die Rückkehr in eine Schule zunächst mit Unsicherheit verbunden. Eigene Erfahrungen von Ausgrenzung und Ablehnung in Kindheit und Jugend hatten Spuren hinterlassen. Umso bedeutender war die herzliche und offene Aufnahme durch die Schülerinnen und Schüler. Die Wertschätzung, das ehrliche Interesse und die Begegnung auf Augenhöhe halfen dabei, alte Ängste zu überwinden und neue positive Erfahrungen mit dem Lernort Schule zu verbinden.

In den Reflexionsrunden zeigte sich die gesamte Gruppe immer wieder begeistert und überrascht, wie schnell aus Fremden ein echtes Team werden konnte. Es wurde gelacht, ausprobiert, gemeinsam gestaltet und voneinander gelernt. Die entstandene Nähe und Offenheit machten deutlich, welche Kraft in solchen Begegnungen steckt.

Umso größer war das Bedauern, als das Projekt bereits nach zwei intensiven Tagen zu Ende ging. Die vielen positiven Erfahrungen und Begegnungen werden allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Schulleiter Malte Holthusen versprach gemeinsam mit den Organisatoren eine baldige Fortsetzung dieser wertvollen Kooperation – zur Freude aller Beteiligten.

Dieses Projekt hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig gelebte Inklusion ist. Wo Menschen einander offen begegnen, entstehen Verständnis, Vertrauen und Gemeinschaft. Oder, wie es viele Teilnehmende nach diesen zwei Tagen empfanden: Theater verbindet Menschen und schafft Begegnungen, die bleiben.

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